Stegplatten zuschneiden & bohren
Doppelstegplatten lassen sich mit Standard-Werkzeug aus dem Heimwerkerbereich sauber zuschneiden und bohren — vorausgesetzt, Sie kennen ein paar Eigenheiten des Materials. Polycarbonat ist zäh und neigt zum Verschmieren, Acryl ist spröder und kann splittern. Beide Materialien dehnen sich bei Wärme deutlich aus; das Spiel zwischen Schraube und Bohrloch entscheidet später darüber, ob die Platte auf dem Dach ruhig liegt oder bei jedem Sonnentag arbeitet.
Werkzeug und Material
- Stichsäge mit feinzahnigem Kunststoff-Sägeblatt (z. B. T101AO oder T101B)
- Alternativ Handkreissäge mit Kunststoff-Sägeblatt, hohe Zähnezahl, niedrige Drehzahl
- Bohrer mit Spitzenwinkel 60-90° für Kunststoff oder normale HSS-Bohrer mit niedriger Drehzahl
- Schwingungsdämpfende Unterlegscheiben mit EPDM-Dichtung (Stegplatten-Schrauben)
- Aluband (oben) und Filtertape (unten) zum Verschluss der Plattenstirn
- Saubere Auflage / Werkbank — Späne wirken wie Schleifpapier
Zuschneiden Schritt für Schritt
Schutzfolie auflassen, Maß anzeichnen
Die werksseitige Schutzfolie bleibt während des Sägens auf der Platte — sie reduziert Späne und schützt vor Sägespuren. Maß mit wasserfestem Stift direkt auf die Folie zeichnen.
Platte sauber unterstützen
Beide Plattenseiten müssen unter dem Schnitt aufliegen. Hängt die Platte über die Werkbankkante hinaus, vibriert sie und das Schnittbild wird unsauber.
Mit ruhiger Vorschubgeschwindigkeit sägen
Nicht drücken — das Sägeblatt soll arbeiten. Bei der Stichsäge Pendelhub auf 0 stellen, Drehzahl mittel. Bei der Handkreissäge gleichmäßig durchziehen, kein Stop-and-Go.
Späne entfernen
Nach dem Schnitt die Hohlkammern ausblasen oder absaugen. Bleiben Späne in den Stegen, sammeln sich später Wasser und Schmutz daran.
Plattenstirn versiegeln
Obere Schnittkante mit massivem Aluband überkleben, untere Schnittkante mit Filtertape (Anti-Staub-Tape mit Diffusionsporen). Niemals beide Seiten zukleben — Kondensat muss unten ablaufen können.
Bohren von Befestigungslöchern
Wo durchgeschraubt wird (statt eingeklemmt), muss das Bohrloch genug Spiel für die thermische Längenänderung haben. Polycarbonat dehnt sich um etwa 0,065 mm pro Meter und °C — bei einer 6 m langen Platte und 60 °C Temperaturhub macht das fast 23 mm Längenänderung.
Praxis: Bohrloch mindestens 3 mm größer als der Schraubendurchmesser wählen, idealerweise 4-6 mm. Mindestabstand zur Plattenkante: 40 mm. Schwingungsdämpfende Unterlegscheiben mit EPDM-Dichtung verteilen die Last und verhindern Risse rund um die Schraube.
Schraubenkopf nur leicht andrücken, nicht festknallen — die Platte muss unter der Scheibe noch ein paar Zehntel arbeiten können. Wer das System lieber verschraubt umgeht, sollte gleich mit Klemm-Profilen (Mittel- und Randprofile) planen — siehe Montage-Anleitung.
Häufige Fragen
Welches Sägeblatt ist das richtige?
Für die Stichsäge ein feinzahniges Kunststoff- oder Metallsägeblatt (z. B. Bosch T101AO, T101B oder vergleichbar). Für die Handkreissäge ein Sägeblatt mit hoher Zähnezahl (mindestens 60 Z für 190 mm Blatt) und kunststoffgeeigneter Geometrie. Holzsägeblätter funktionieren ebenfalls, reißen aber leicht aus.
Kann ich die Platte mit der Flex / Trennscheibe schneiden?
Davon raten wir ab. Die hohe Drehzahl schmilzt das Polycarbonat sofort — die Platte verklebt mit der Scheibe und reißt unsauber. Für saubere Schnitte ist die Stichsäge oder Handkreissäge mit reduzierter Drehzahl die richtige Wahl.
Frage zu Ihrem konkreten Projekt?
Schreiben Sie uns Maße, gewünschte Plattenstärke und Material — wir antworten in der Regel binnen ein bis zwei Werktagen.